Die Krise hat System!

Es herrscht Inflation. Aktuell müssen wir, was unsere Lebenshaltungskosten angeht, so tief in die Taschen greifen wie schon lange nicht mehr. Die Preise für Sprit, Strom, Heizung und Lebensmittel sind extrem angestiegen.

Dass nun nicht mehr ausschließlich das Prekariat sondern auch flächendeckend der sogenannte Mittelstand existenziell betroffen ist, lässt viele Menschen angsterfüllt in die Zukunft blicken. Am härtesten trifft es jedoch erneut die Ärmsten. So haben Hartz-4-Beziehende bereits monatlich einen Kaufkraftverlust von 33 Euro zu beklagen – bei einem Regelsatz von um die 440 Euro, wo also schon jeder Cent umgedreht werden muss. Nicht zu vergessen, dass bereits immer weniger Menschen ihre Rechnungen zahlen können oder sogar von Stromsperren betroffen sind.

Wo das Geld fehlt, kann nicht geheizt werden, die Rechnung oder der Sprit für die Fahrt zur Arbeit nicht gezahlt werden. Es drohen Sperren, Zwangsräumungen und Kündigungen. Ein Szenario, dass bei weiten nicht nur Menschen betrifft, welche Sozialleistung beziehen. Die Verantwortung wird von den Profiteuren der Krise zuverlässig an all jene abgegeben, die keinen Einfluss auf die aktuelle Situation haben – auf uns! Dies geschieht stets nach der Devise, dass gemeinschaftliche Gewinne privat verteilt werden. Kommt es aber zu Verlusten oder Krisen dürfen wir alle blechen. Jene Losung ist uns bereits seit der Banken- & Finanzkrise 2008 bekannt. Während die Renditen der Manager und Vorstandschefs das Vielfache eines durchschnittlichen Jahreseinkommens übersteigt, verloren während der Krise zig Kleinanleger ihr Erspartes.

Gründe für die derzeitige Zuspitzung liegen u.a. in zwei Jahren Pandemie, dem Krieg in der Ukraine, aber auch in den von Konzernen und Markt gemachten Preisen. So begann Mitte März der internationale Rohölpreis wieder zu sinken, doch an den Spritpreisen hatte sich auch danach einige Zeit vergleichsweise wenig geändert. Zu bedanken haben wir uns dabei bei den Ölkonzernen, die aus der aktuellen Situation ordentlich Profit schlagen und die Preise oben halten. Ähnliche Mechanismen sind bei den Lebensmittelpreisen zu beobachten.

Damit zeigt sich, dass der Kapitalismus keine bedürfnisorientierte Gesellschaftsform ist. Ganz entgegen der Erzählungen » Wohlstand sei eine Sache des Fleißes « können viele Menschen trotz schwerer Arbeit kein Land sehen. Jenes führen uns vor Augen, dass das Wirtschaften der gegenseitigen Konkurrenz immer Gewinner und Verlierer schafft.

Zum Vergleich: 2021 haben die 100 reichsten Deutschen ihr Vermögen, welches sie zu einem großen Teil erbten oder welches sie erst auf Grundlage eines Erbes aufbauen konnten, um 120 Milliarden Euro vermehrt. Das reichste 1% besitzt hier 20% des Gesamtvermögens! Die Hälfte der Bevölkerung besitzt aber nur 2,5%. Diese Zahlen stehen somit auch im Widerspruch zur angeblichen individuellen Freiheit. Denn sie zeigen auf, dass nicht das persönliche Interesse und Können der Menschen aus der unteren Hälfte sondern eben die Brutalität des Marktes sie in ihre Rollen zwingt.

Nicht selten nimmt sich ein Großteil der Menschen diese Ellenbogen-Metalität an und tritt lieber nach unten anstatt solidarisch zu handeln. Besonders sichtbar wird dies, wenn über eine mit den Sanktionen notwendig verbundenen Energie- und Mobilitätswende gesprochen wird. Während dem einzelnen Bürger ein schlechtes Gewissen aufgrund eines Plastikbechers oder eines Strohhalmes eingeflüsstert wird, wartet man auf Beschränkungen für die Industrie vergeblich. Auch hier gilt wieder, dass die Politik auf den Einzelnen abgewälzt wird, während man die vermeintliche politische Verantwortung abwiegelt. Wenn der Pöbel sich im täglichen Wettstreit gegenseitig moralisch an die Kehle geht anstatt gemeinsam zu kämpfen – ist dies im Wohlwollen des Systems.

Gerade mit Perspektive auf das E-Auto zeigen sich zweierlei Problematiken gegenwärtiger Konflikt. Zum einen wird Konsum als Lösung und nicht Teil des Problems begriffen. So soll der Bürger den Planten grüner kaufen. Die Verbraucher sollen mit ihrem Kaufverhalten Klimawandel, Artensterben, Massentierhaltung und der Ausbeutung von Mensch und Natur entgegensteuern. Zum anderen werden diese Fragen nicht sozial gedachte und vergissen präkerbeschäftigte und einkommensschwache Menschen. Damit entfallen in den gegenwärtigen Debatten die gesellschaftlichen Mechanismen von Staat und Kapital.

Die Schlussfolgerung all dieser Krisen – Umwelt, Energie, Wohnen, Lebensmittel – kann nur lauten, diese als soziale Konflikte zu verstehen und deshalb einen Ausgleich des Profits zu schaffen. Ein konkreter Anfang wäre, dass Menschen keine Strom- oder Gassperren zu befürchten hätten. Ebenso ließen sich Ausgleichszahlungen, um gestiegene Kosten effizient auszugleichen, einführen. Und zu guter Letzt sofortiges sperren von Preiserhöhungen in allen Bereichen. Den Markt selbst regeln statt ihn regeln zu lassen. Da jedoch wie oben angedeutet, der Fehler im System liegt und sozialer Ausgleich die Ursachen von Ausbeutung und Armut nicht beheben, muss eine zweite bedeutende Konsequenz folgen: das gegenwärtige Wirtschaften als materielle Ursache der gesellschaftlichen Probleme zu begreifen und ihn auch so zu benennen. Das heißt nicht weniger als den Kapitalismus abschaffen zu wollen.

Um diesen Weg zu gehen, muss aber ein grundlegendes Umdenken im Bezug auf Leistung, Zwang, Konsum und Wert in der Geselschaft einsetzen. Die Menschen beugen sich dem Leistungsdruck auf Arbeit und auch im privaten Umfeld aus Angst, dass bei nicht erreichen der Vorgaben ein persönlicher Wertverlust droht. Zum Ausgleich wird der Konsum von Ablenkungen, wie jährlich die aktuellesten Smartphones, teuren Automarken und anderen Lifestyleluxus zu besitzen, zu lebenswichtigen Bedürfnissen erhöht. Gleichzeitig werden die tatsächlichen Lebensgrundlagen weiter abgebaut, in dem bspw. weitere Krankenhausstandorte geschlossen oder der öffentliche Personennahverkehr zurück gebaut werden. Dies muss sich ändern.

Deshalb betonen wir: die Krise hat System.
Die Alternative heißt Kommunismus!

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